Der internationale Frauentag

Heute ist der internationale Frauentag und nein, heute geht es nicht darum Frauen oder weiblich gelesenen Menschen eine Blume in die Hand zu drücken. Es geht wie in all den Jahrhunderten und Jahrzehnten zuvor immer noch und immer wieder darum Frauen zu achten, ihnen zuzuhören, sie zu respektieren und sie zu berücksichtigen, genauso wie auch Männer in dieser Gesellschaft gesehen und respektiert werden.

Das Symbol für das weibliche Geschlecht mit einer Faust im Ring über dem Kreuz modelliert aus verschieden großen Kürbissen mit unterschiedlichen Formen und Farben.

Die Frau als Beiwerk

Sind wir da nicht schon längst? Nein. Je nach Umfeld ist die Frau immer noch eher das „Beiwerk“ zum Mann. Und selbst Profi-Sportlerinnen dürfen sich in Interviews mit entsprechenden Fragen herumschlagen, die nichts mit ihrem Erfolg oder ihrer Leistung zu tun haben, sondern auf das Geschlecht abzielen. Ein Gender Pay Gap ist nicht nur ein fancy Begriff, es ist eine Bezeichnung für die ungleiche Bezahlung bei gleicher Qualifikation zwischen Männern und Frauen. Und selbst wenn man es irgendwie im Beruf als Frau „geschafft hat“ und erfolgreich ist, gibt es immer noch diverse „Dudes“, die meinen Frau die Welt erklären zu müssen oder aber sie mit entsprechenden Bezeichnungen wie „Mädel“ abwerten zu müssen. Ja, das geschieht auch vor Kunden oder in einem anderen professionellen Rahmen in dem Frauen genauso respektvoll behandelt werden sollten wie es bei gegenüber Männern geschieht.

Natürlich und Gott sei Dank, sind das nicht alle männlichen Exemplare unserer Gesellschaft, die sich so verhalten. Aber dennoch sind es eben Männer von denen diese Abwertung ausgeht und die sich um die Aufrechterhaltung eines solchen Machtgefälles bemühen. Konservative Parteien und natürlich auch rechtsgerichtete Strukturen fördern ein veraltetes Frauen- und Familienbild. Also genau das, wovon wir Frauen irgendwann sicher mal dachten, dass wir das nun doch hoffentlich hinter uns gelassen hätten. Aber nein, sie kommen immer mehr aus den Ecken. Die Typen, die Frauen aus dem Weg haben wollen.

Aber natürlich gibt es auch eine andere Strömung. Wir Frauen und weiblich gelesene Personen korrupieren uns selbst.

„Tradwife“

Dieser unsägliche „Tradwife“-Trend ist nur ein Beispiel davon. Frau begibt sich freiwillig wieder in eine Abhängigkeit vom Mann und konzentriert sich auf den Haushalt.
Für manche Frau scheint das ein Lebensziel zu sein. Ist der Mann aber weg, dann droht auf lange Sicht das gleiche Problem wie bei unseren Eltern oder Großeltern, die Altersarmut. Und selbst wenn man die Kurve noch bekommt und versucht wieder in den Beruf einzusteigen, wird Frau feststellen, dass das eben nicht mal mehr so einfach ist, geschweige denn, dass man auf einem ähnlichen Gehaltsniveau wie zuvor weiter manchen könnte.

Nein, Frauen gehören nicht an den Herd. Männer dürfen auch den Haushalt schmeißen, Kochen, Abwaschen und die Care-Arbeit für Kinder und Angehörige übernehmen.
Und ich gehe gerne so weit zu behaupten, dass wir eine friedlichere Welt hätten, wenn mehr Frauen in den Machtpositionen verschiedener Regierungen wären. Ganz zu schweigen von einer sauberen Umwelt und einer deutlich besseren Klimapolitik, die der Grundstein und die Basis für alle folgenden Generationen ist.

So wie vor noch nicht zu langer Zeit Frauen Emotionalität und Hysterie vorgeworfen wurde und sie daher lange Zeit aus Wissenschaft, Medizin und Politik fern gehalten hat, so könnte man den Herren der Schöpfung seit einigen Jahrzehnten mangelnde Weitsicht vorwerfen. Aber genau das tut Frau eben nicht. Sie wartet auf ihre Gelegenheit, darauf, dass man ihr eine Chance einräumt.

Es geht bei Rechten für Frauen nie darum die Männer zu vertreiben. Es geht um ein Miteinander, auch wenn viele Männer das gerne missverstehen.

Keine Mimose, es ist eine Akazie!

Ähnlich missverstanden muss sich wohl auch die Akazie fühlen, genauer die Silber-Akazie, die seit 1946 als Symbol des internationalen Frauentags gilt.
Diese Pflanze wird umgangssprachlich gerne Mimose genannt, diese wird aber nur ein kleiner Strauch, der irgendwann rosa blüht, während die Acacia dealbata (Silber-Akazie) zu Bäumen heran wächst und ihre gelbe Blüten passend zum 08. März bildet. Die Pflanze kommt ursprünglich übrigens aus Australien, vermehrt sich im Mittelmeerraum aber sehr schnell als Neophyt, weswegen sie außerhalb der entsprechenden Anbauflächen nicht mehr gepflanzt werden sollte.

Rund um dieses Symbol der leuchtend gelben Blüten hat sich auch die Torta Mimosa als ein kulinarisches Zeichen durchgesetzt. Die Torte wurde im Rahmen eines Wettbewerbs gefunden und durch gelblich gefärbten Teig, der in Würfel geschnitten wird, wird auf dem Dessert die Mimosenblüten nachgestellt.

Wenn du magst, dann kannst du dich auf den folgenden Seiten inspirieren lassen und dir ein eigenes „Mimosa-Dessert“ zubereiten:

Wir Frauen sind keine Mimosen. Wir sind keine zarten Sträucher oder Büsche, die bei der leichtesten Berührung die Blätter zum Schutz einklappen. Vielleicht waren wir das mal, aber dem sind wir entwachsen.

Dieses Wahl der Pflanze, der Silber-Akazie, so komisch sie auf den ersten Blick vielleicht wirken mag, vor allem mit diesem umgangssprachlichen Namen „Mimosa“, ist dennoch eine sehr gute Wahl. Die Silber-Akazie steht für einen starken Baum, der sich nicht nur durchsetzen kann und widerstandsfähig ist sondern eben auch anmutig mit einem Blütenkleid bedeckt. Stark, durchsetzungsfähig, widerstandsfähig und anmutig – das sind doch tolle Eigenschaften für uns Frauen. Und damit passt dieses Symbol der „Mimosa“ doch sehr gut zu uns.

Nahaufnahme eines Zweiges einer Silber-Akazie mit gelben Büten in Kugelform. Man sieht dabei auch die einzelnen Häarchen der Blüten.
MerkmalSilber-AkazieMimose / Schamhafte Sinnpflanze
Botanischer NameAcacia dealbataMimosa pudica
FamilieFabaceae (Hülsenfrüchtler)Fabaceae (Hülsenfrüchtler)
WuchsformImmergrüner Baum, seltener Großstrauchbodennaher Halbstrauch
Größe / Höhebis zu 30 mbis 1 m
BlütezeitJanuar–MärzMai-September
BlütenfarbeGoldgelbRosa bis hellviolett
BlütenformKleine kugelige Blütenköpfchen, stark duftendKugelige Blütenköpfchen, filigran
LaubFein gefiedert, silbrig‑graugrünFein gefiedert, hell- bis dunkelgrün, klappt bei Berührung zusammen
HerkunftSüdost-AustralienTropisches Mittel- und Südamerika
WinterhärteKurzzeitig –5 bis –7 GradNicht frosthart, tropische/subtropische Temperaturen erforderlich
NutzungZierbaum, Schnittblume (Frauentag), DuftstoffproduktionZierpflanze
SymbolikSeit 1946 traditionelles Symbol des Internationalen FrauentagsSinnbild für Sensibilität oder Verletzlichkeit

Weitere Blogartikel zum internationalen Frauentag

Quellen und weiterführende Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag
https://de.wikipedia.org/wiki/Silber-Akazie
https://de.wikipedia.org/wiki/Mimose

Comments

Fediverse-Reaktionen

8 Kommentare zu „Der internationale Frauentag“

  1. Vielen Dank für die Verlinkung!

    Außerdem sehr gut geschrieben!

  2. Du bringst es auf den Punkt! Es hat sich schon viel geändert seit es den Frauentag gibt, aber es ist so vieles offen und die Rückschläge groß…

    Weil du Sportlerinnen erwähnst. Es war kürzlich von einer Studie zu lesen, dass der Menstruationszyklus (natürlich) Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit, Trainingserfolg, Verletzungsrisiko etc. hat. Männliche Sportler meinten daraufhin, die Frauen sollen sich quasi nicht so anstellen. Ist das zu fassen…
    Der Mann ist das Maß und es wird fast immer noch negiert, dass Frauen und ihre Körper anders sind. Auch in der Medizin, wo die Forschung, Diagnose von Krankheiten etc. sich immer an Männern orientiert hat. Langsam setzt sich ein Umdenken durch.

    Es gibt so viele Frauenthemen, über die ich mich aufregen könnte…
    Hier bei Andrea gibt es noch mehr zum Nachlesen: https://artedeablog.com/8-maerz-wie-geht-es-euch-frauen-da-draussen/

    Und nochmals danke für die Aufklärung der Pflanzenkonfusion, ich habe es dann auch nachgelesen…
    lg

    1. Wir sind leider noch lange nicht da, wie es für das Jahrtausend angemessen wäre. Und wir sind an verschiednen Stellen immer noch auf dem Stand von vor 20 oder von vor 50 bis 70 Jahren. Das wird uns noch viel Energie kosten auch nur annähernd eine Gleichberechtigung zu erreichen.
      Männer mit blöden Sprüchen.. sie werden nie ausgehen.

      Danke für den Link zum Beitrag von Andrea. Auch sehr lesenswert.

  3. Wow, das war eine super Kombination aus engagiertem Statement und Information, vielen Dank! Diese Tradwife-Geschichte finde ich auch extrem befremdlich.

    1. Sehr gerne.
      Die Sache mit der Silber-Akazie hat mich schon seit Jahren aufgeregt. Nun musste das auch mal raus.

  4. Einen schönen Weltfrauentag wünsche ich dir!
    Ja, wir Frauen mussten viel für unsere Rechte kämpfen. Wenn wir uns vor Augen führen, dass erst 1977 das Gesetz so geändert wurde, dass eine Frau ohne Erlaubnis ihres Mannes arbeiten durfte, dann ist das schon eine heftige Nummer. Denn das ist gerade mal 50 Jahre her!
    Wir sind auf einen guten Weg, der leider noch etwas andauern wird, bis Gleichberechtigung nicht nur geschrieben, sondern auch gelebt wird.
    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Ja, das ist leider alles noch gar nicht so lange her und wir sind noch nicht am Ziel. Gerade deswegen müssen wir so aufpassen nicht einen Rückschritt oder gleich mehrere zu machen oder zuzulassen.

Schreibe einen Kommentar

Alle Angaben sind freiwillig, es wäre aber schön, wenn du mir einen Namen hinterlässt. Wenn du deine E-Mail-Adresse angibst wird diese nicht veröffentlicht.

Um auf diesen Beitrag mit deiner eigenen Website zu antworten, gib die URL deines Beitrags ein. Dein Beitrag sollte einen Link zu diesem Beitrags enthalten. Deine Antwort erscheint nach Überprüfung und Freigabe auf dieser Seite.
Wenn du deine Antwort aktualisieren der entfernen möchtest, dann gebe den Link zu deinem Beitrag bitte erneut ein.
(Weitere Informationen zu Webmentions.)

Dein Kommentar wurde gespeichert und wird nach der Prüfung freigeschaltet. Danke!