Machen wir uns nichts vor, obwohl Kommunikation eine der Kernkompetenzen des weiblichen Geschlechts sein soll, ist die Blogosphäre männerdominiert. (Mit Ausnahme weniger ausgewählter Bereiche.)
Männer, die sich mit Leidenschaft gegenseitig kompromittiert, über jedes Stöckchen springen und sich über alle möglichen Themen die Finger blutig tippen.
Ich habe mir erlaubt die Blogger und ihre Texte auf ihren Blogs in der letzten Zeit zu beobachten. Gerade nachdem der Fall der virtuellen Vergewaltigung von Collien Fernandes fand ich das doch sehr interessant. Ein paar wenige Blogger schrieben darüber. Ein ernstzunehmender Text traf auf drei bis vier Texten von Bloggern die das Thema klein machten, Ausflüchte suchten, den Bro in Schutz nahmen, etc. Weitere Blogger verlinkte dann den einen oder anderen Text oder ergingen sich in den Kommentaren. Das war es.
Wenn man das vergleicht mit beispielsweise der Diskussion ob man nun KI auf Blogs einsetzen dürfte oder nicht, dann ist das nicht einmal ein Bruchteil davon.
Die geringe öffentliche Reaktion vermittelt zumindest den Eindruck, dass dieses Thema für viele Männer keine Priorität hat. Selbst oder gerade dann nicht, wenn groß und länger über sexualisierte Gewalt von Männern an Frauen berichtet wird. Entweder sie entscheiden für sich, dass sie das ja nicht waren und sie es deshalb nichts angeht oder sie warten darauf, dass Frau sie gezielt darauf anspricht um sich dann in unverständliches Gemurmel zu ergehen. Manchmal kommt dann noch Scham ins Spiel und so äußert sich dann der ein oder andere Mann, wie schlimm er das findet und wie sehr er sich für die Geschlechtsgenossen schämt.. um dann aber bei der nächsten Gelegenheit wieder nichts zu sagen, wenn der Bro es toll findet Frauen respektlos zu behandeln.
Nicht alle Männer
Nein, natürlich sind es nicht alle Männer. Gott sei Dank. Denn dann wären wir Frauen immer noch reine Hausmütterchen mit entsprechend zugeteiltem Geld für die Hauswirtschaft vom Mann, ohne eigenen Beruf, ohne eigene Ausbildung aber wahrscheinlich mit vielen Kindern.
Eure Geschlechtsgenossen, die Frauen so behandeln wie das mehrfach immer und immer wieder berichtet wird, werfen ein extrem schlechtes Bild auf euch Männer im Gesamten. Und nicht wenige Frauen fragen sich dann vollkommen zurecht, wem man eigentlich noch trauen darf.
Die Krux daran ist ja auch noch, dass es für jeden dieser sichtbaren Berichte Frauen braucht, die darüber sprechen wollen. Du darfst dir, als Mann, gerne eine beliebig hohe Dunkelziffer dazu denken von Frauen, die soweit noch gar nicht sind und die Respektlosigkeiten und Verletzungen der Männer über sich ergehen lassen.
Gleichberechtigung in der Sackgasse
Ich habe hier noch eine ganze Liste von Themen, die immer und immer wieder die Gleichberechtigung von uns Frauen thematisieren. Nur ein Bruchteil davon schafft es irgendwann online. Dafür gibt es drei Gründe:
- Frauen sind all diese Themen und all diese Aspekte schon lange bekannt.
- Es ändert sich nichts oder nur sehr wenig, wenn sich noch eine Frau darüber auslässt.
- Und zuletzt weil ich mittlerweile der Meinung bin, dass wir Frauen schon genug kommuniziert haben.
Ich will die Veröffentlichungen von Frauen für Frauen oder über die Themen der Gleichberechtigung, dem mangelnden Respekt und über die Schwierigkeiten in dieser männerdominierten Gesellschaft und den Gesellschaftsstrukturen nicht klein reden. Aber leider schaffen wir es nicht in die Köpfe der Männer, in die es hinein sollen. Wir brauchen also tatsächlich Männer, die ihren Kumpels, Bros, Verwandten und Bekannten Einhalt gebieten, wenn es frauenfeindlich, in Richtung sexualisierter Gewalt geht oder schlicht und ergreifend respektlos ist was da geäußert wird.
Aber da sind wir ja schon mitten im Thema Gleichberechtigung. Ein weiteres Thema von dem sich wahnsinnig viele Männer wahlweise angegriffen oder nicht angesprochen fühlen.
Männer hören auf Männer
Am Ende läuft es immer wieder darauf hinaus: Männer hören nicht auf Frauen, sie hören eher auf Männer. Solange das so ist und bleibt, wird sich nichts ändern.
Männer müssen sich nun untereinander zu diesen Themen äußern und einander ins Gewissen reden. Denn dann könnte sich wirklich etwas bewegen und wir gemeinsam weiter in der Gleichberechtigung kommen.
Ob ihr Männer das nun auf euren Blogs tut oder im direkten Gespräch mit euren Kumpels, Freunden, Verwandten oder Bekannt, das ist euch überlassen. Aber es wäre ein stärkeres Signal an uns Frauen, wenn ihr auch darüber öffentlich sprecht.

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