Ja, ich habe auch immer mal wieder noch meine Dämonen, besser bekannt als Depression. Aber ich kann damit umgehen.
Bei dem Umgang liegt aber die Priorität darauf Regelmäßigkeiten und Strukturen im Alltag aufrecht zu erhalten. Dabei kann schon allein die Versorgung der Kater, die Regelmäßigkeit beim Essen und Trinken und tatsächlich auch die Strukturen in der Arbeit helfen.
Das Ziel ist also direkt beim Absturz noch die Leiter mitzunehmen, so dass ein vollständiger Absturz in die Depression vermieden wird.
Damit habe ich dir jetzt bereits verraten, dass ich ein Mensch mit einer „hochfunktionaler“ Depression bin. Ich funktioniere weiter, koste es was es wolle.
Zumindest war das vor der Therapie so. Mittlerweile erkenne ich meine Grenzen an und wenn etwas nicht mehr funktioniert, dann darf es das auch.
Das klappt seit Ende der Therapie ausreichend gut. Allerdings fällt bei diesem Kampf, den ich da führe, immer irgendetwas unter den Tisch.
Was dabei meistens herunter fällt ist dieser verdammte Haushalt. Vor allem das Aufräumen und gegebenenfalls auch das Putzen. Und dabei bin ich ja eh schon nicht die ordentlichste Person.
Ich bin beim Haushalt also meistens mit einem gewissen Abstand hinten dran und hätte im Alltag außerhalb der depressiven Phasen eh etwas aufzuholen, damit es pico bello ist.
Wenn nun so eine Drepression dazwischen kommt, dann wird dieser Abstand zu dem „pico bello Zustand“ noch viel größer. Und gleichzeitig ist das für mich ein Abbild meines Scheiterns und meiner eigenen Unzulänglichkeit.
Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass ich mich mit dem Aufholen der liegen geblieben Haushaltstätigkeiten überfordere.
Allein schon wegen dem Gedanken, dass das doch jeder schafft, sogar mit Kinder und Mann oder in einer anderen Konstellation, ist also auch dieser Zustand brandgefährlich für mich.
Es ist ein Trigger. Wobei das ja schon etwas kurios ist, dass die Nachwehen einer depressiven Phase selbst eine neue Phase auslösen können.
Irgendwann aber schaffe ich das aber doch den Rückstand ganz oder teilweise abzuarbeiten.
Vielleicht ist meine Art das anzugehen auch nicht so prima, aber es ist eine Möglichkeit für mich das zu Bewältigen und eine Art Status Quo wieder herzustellen: Habe ich einmal angefangen, darf ich nicht wieder damit aufhören.
Optimalerweise kommt mir dabei die Eigenschaft einer Art „Hyperfokus“ zur Hilfe.
So geschehen letzten Sonntag bis Montag Früh. Ja, der Tag und die Nacht und der folgende Tag war dafür notwendig, allein schon weil ich auch versuche während des Hyperfokus weiterhin auf mich achten. Würde ich das sein lassen, wäre ich wohl innerhalb eines halben oder ganzen „normalen“ Tages fertig, aber dann kommt dann ich schon fast die Uhr stellen, wann es mich wieder erwischt und den kurzzeitigen Erfolg zu Nichte macht.
Wichtig ist für mich ist, dass ich selbst schaffe. Aus eigener Kraft. Aber gleichzeitig muss ich auch meine Grenzen erkennen und auch wahren. Ich muss auf mich achten. Dazu gehören Pausen für sowohl für das Psychische wie auch Physische.
Das was ich da bewältigen muss ist nicht nur körperlich sondern auch mental sehr anstrengend. Das geht nicht ohne Pause, ohne Essen und Trinken und ohne die seelische Unterstützung durch kuschelnde Kater auch nicht. Und nein, das Bewusstsein, dass ich mir in dieser Phase Pausen erlaube, ist mir auch leider nicht einfach so in den Schoß gefallen.
Natürlich wäre es toll, wenn so ein Rückstau irgendwann gar nicht mehr entstehen würde. Wenn es mir immer gelingen würde, die Depression früher zu verlassen und immer eine Leiter mit dabei zu haben, wenn es eben doch zum Absturz kommt.
Im Vergleich zu „Früher“ ist es auch schon sehr viel besser geworden. Aber ob mir das wirklich immer gelingen mag, das steht in den Sternen.

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