Burns Night – Zu Ehren von Robert Burns

2016, also recht genau vor 10 Jahren, habe ich durch Sabine (https://hamburgkocht.blogspot.com/) das Burns Supper kennen gelernt. Wir gingen damals am 23.01.2016 in das Restaurant Trific in Hamburg, was aber leider 2018 schloss. Seitdem war ich leider nicht mehr bei solch einer Veranstaltung. Was ich sehr schade finde. Aber so häufig gibt es eine Burns Night in Deutschland auch nicht.

In den letzten Jahren habe ich mir gelegentlich eine Dose oder ein Glas Haggis gekauft. Ja, das gibt es. Und aufgewärmt schmeckt das ganz gut, auch wenn es frisch natürlich noch besser wäre. Seitdem Brexit 2020 ist die Auswahl und auch die Verfügbarkeit von Haggis in Deutschland aber noch stärker gesunken, als das eh schon der Fall war. Ja ja, ich weiß. Das entspricht nicht unbedingt dem Geschmack der Menschen in Deutschland.

Ich vermute ja, dass das einfach daher kommt, dass die meisten Menschen hier Haggis einfach noch nie probiert haben. Wer Saumagen oder Grützwurst mag, bei dem sehe ich recht hohe Chancen, dass auch Haggis gut ankommt.

Für dieses Jahr habe ich mir aber wieder Haggis gekauft. Selber kochen ist zwar grundsätzlich immer eine Option, aber bei den dafür notwendigen Zutaten schrecke selbst ich zurück. Das aber nicht wegen der Zutaten an sich, sondern eher weil das Mengen ergeben, denen ich als Einzelperson nicht gewachsen bin.

Um zu verstehen um wen und was es dabei eigentlich geht, möchte ich dir im Folgenden Robert Burns und die Feier zu seinen Ehren genauer vorstellen.

Robert Burns

Geboren wurde Robert Burns als ältester von insgesamt sieben Kindern des Gärtners und Bauers William Burns und seiner Ehefrau Agnes Broun. Trotz der einfachen Verhältnisse in denen er aufwuchs, ermöglichte sein Vater ihm eine sehr gute Bildung. Ab seinem siebten Lebensjahr besuchte Robert Burns die Ayr Grammar School, die Parish School of Dalrymple und noch später die Lateinschule in Ayr. Zwischenzeitlich wurde er auch von seinem Vater unterrichtet, der besonders die Naturwissenschaften achtete.
1778 ging er auf die Schule von Kirkoswald und arbeitete nebenbei noch auf dem Anwesen der Eltern. Auch schrieb er damals bereits seine ersten Auftragsgedichte für Geburtstage, Hochzeiten und andere Anlässe in dieser Art. 1780 gründete Burns den mutmaßlich ältesten schottischen Debattierclub, den Burns Bachelors‘ Club.
Kurz darauf verwarf sich Burns mit seinem Vater und als dieser 1784 starb und der übernommene Hof nicht so recht Gewinn bringen wollte, wurde sein Debüt als Lyriker begeistert aufgenommen.
Die folgenden Jahre waren sehr erfolgreich für Robert Burns. Zu besonderer Berühmtheit haben ihm seine Gedichtbände „Poems chiefly in the Scottish dialect“ (1786) verholfen.
Zwischenzeitlich ist Robert Burns wieder in das schottische Hochland gezogen um dort seine früher verwehrte Liebe Jean Armour zu heiraten. Auch pachtete er ein Gut bei Dumfries, welches er aber bald schon wieder aufgeben musste. Daraufhin fand er eine Anstellung als Steueraufseher. Weiterhin schrieb nebenher viele Lieder und politische Aufsätze für Tageszeitungen.
Nach nur 37 Jahren verstarb Robert Burns am 21. Juli 1796 in Dumfries und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof St. Michaels Church, das Burns‘ Mausoleum.

Burns Night

Die Burns Night findet jeweils immer am 25. Januar statt und wird mit einem Burns Supper begangen. Dieser Tag wird nun mittlerweile nicht nur in Schottland, USA, Kanada, Australien und Nordirland gefeiert. Auch hier bei uns in Deutschland gibt es vereinzelt ähnliche Veranstaltungen.
Ganz klassisch wird zu dieser Festivität folgendes Menü serviert:
Eine Suppe, Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln und abschließend ein Trifle. Auch Whisky ist ein fester Bestandteil des Abends.
Der Abend verläuft nach einem festen Ablaufplan. So wird der Haggis erst angekündigt, „Piping the Haggis in“, und anschließend vor den Gästen und in Begleitung des Gedichts „Address to the Haggis“ angeschnitten. Nach dem Essen werden weitere Reden auf den berühmten Dichter gehalten. „The Immortal Memory“ ist die Gedenkrede an Robert Burns in deren Verlauf auch eine Bezugname auf die aktuellen politischen Situationen geschehen soll.
Im weiteren Verlauf des Abends werden einige der Lieder und Gedichte von Robert Burns gesungen und vorgetragen.

Kulinarisch gesehen sind der Whisky, der Haggis und die Steckrüben die Hauptbestandteile des Burns Supper. Für meinen Teil lasse ich den Whisky außen vor, was ich aber mit der Steckrübe angestellt habe und wie diese, mal so gar nicht klassisch, den Haggis begleitet, das zeige ich dir morgen.

Quellen und weiterführende Links:
Wikipedia – Robert Burns
Wikipedia – Burns‘ Bachelor Club – Schottlands ältester Debattierclub
Wikipedia – Burns‘ Mausoleum
Wikipedia – Burns Supper

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