Kennst du diese Gedankenspiele, wenn du vor einer Entscheidung stehst? Dieses „Ja“, „Nein“ oder ein noch unsicheres „Vielleicht“? Ich wälze mich mit diesen Gedanken ja durchaus, je nach dem was zu entscheiden und wie groß die Entscheidung ist, gerne mal ein paar Wochen oder auch mal Monate herum. Dabei kann ein „Ja“, dann auch zeitweise zu einem „Nein“ werden, aber mit dem Gefühl, dass ich noch nicht fertig damit bin darüber nachzudenken. Ich war oder bin noch nicht fertig mit der Entscheidung und so wird das „Nein“ zu einem „Vielleicht“ und die Gedankenkreise dazu gehen wieder von vorne los.
Gerade aber bei kleineren Dingen nehme ich dann irgendwann die Abkürzung. Es wird also nicht mehr zu links oder rechts rum gegangen zu den bisherigen „Ja“ oder „Nein“, nein es wird zu einem „Scheiß drauf, mach einfach. Warum eigentlich nicht?“
Ok, das braucht zugegebenermaßen ein bisschen Mut. Manchmal mehr Mut als für ein eindeutiges „Ja“, das ja prinzipiell zum gleichen Ergebnis führen sollte. Nur eben, dass ich nun mit dieser Einstellung tatsächlich die Abkürzungs Feld und gegebenenfalls über Stock und Stein nehme und eben nicht den vorbereiteten sorgsam ausgearbeiteten Feldweg nehme.
Es ist die Abkürzung all der Gedankenspiele und wenn man dann einfach so drauf los läuft, dann kann es schon sein, dass man früher oder später feststellt, dass ein paar mehr Gedanken dazu vor der Entscheidung sinnvoll gewesen wären. Aber das weiß man eben erst dann, wenn man bereits auf dem Weg ist.
Andererseits kann diese Abkürzung, dieses „Warum eigentlich nicht?“, auch das Ende des Zerdenkens sein.
Man muss nicht alles vollständig in jeder Eventualität fertig denken. Man muss auch nicht alle Worst-Case Szenarien durchdenken, aber eben auch nicht alle Idealfälle, die es potentiell geben könnte.
Und das schreibt genau die richtige Person.
Ich bin bis vor einigen Jahren noch eine Person gewesen, die sehr lange über Entscheidungen gebrütet hat und mir alle Worst-Worst-Cases und noch viel schlimmere Katastrophen ausgemalt habe. Natürlich habe ich aus dieser Zeit noch die Reste von einem Plan für den Fall, dass der Vulkan in der Eifel hoch geht (der ist übrigens überfällig) oder der Ausbruch der Phlegräischen Felder uns in Deutschland die nächste Eiszeit beschert.
Diese mentalen Shortcuts haben mir ein Unterbrechen dieser Gedanken erlaubt. Und auch wenn die Entscheidung dann vielleicht nicht so optimal war oder auch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat, hat diese Abkürzung mich vor weiterem sehr anstrengenden Katastrophendenken bewahrt.
Das klingt bis jetzt alles ganz fein, reflektiert und überlegt, was ich dir dazu erzähle, richtig? Nun, ein Beispiel fehlt noch. Und so darf ich dir nun beschreiben, dass ich jetzt gerade, in dem Moment, in dem ich während dem Zoom Meeting der Blognacht an genau so einem „Warum eigentlich nicht?“-Entscheidungs Ergebnis sitze – an meinem Linux Rechner.
Nein, Linux und ich sind noch keine großartigen Freunde geworden. Also wir kommen zurecht, aber…
Der Rechner hat entschieden, dass das Zoom Meeting einen ganzen Monitor in Anspruch nehmen soll: 34 Zoll oder das Notebook-Display.
Gut, da ich nicht alle Personen sooo groß sehen möchte, wählte ich den Monitor des Notebooks. Nur leider wird so auch die Menüleiste verdeckt. Ich komme also gerade nicht an meine Programme heran, die ich nicht schon geöffnet habe*, was auch daran liegt, dass ich mich bisher nicht damit auseinander gesetzt habe wie ich eine Menüleiste auf den zweiten Monitor bekomme (kommt noch).
Der Windows Rechner liegt da drüben in der Schublade und nein, den hole ich jetzt nicht raus. Ich habe mich für das Linux mit diesem mentalen Shortcut entschieden und versuche damit zurecht zu kommen.
Das klappt nicht immer so, wie ich mir das wünsche oder vorstelle. Und manchmal fehlt halt einfach noch das Wissen, das ich mir wohl vor der Entscheidung bei einem eindeutigen „Ja“ irgendwie angeeignet hätte.
Aber gut, auch das ist ein Weg das Leben abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Und ganz nebenbei ist eine Lernkurve aus genau so einem „Warum eigentlich nicht?“ doch recht steil.
.. so und wie komm ich hier jetzt wieder raus?
Wir lesen uns wieder sobald ich den Rechner etwas mehr unter Kontrolle habe.. oder das Zoom Meeting oder was auch immer mir hier querschießt.
*) Ja doch.. die „Supertaste“, auch bekannt als Windows-Taste, wenn ich das dennoch so nennen darf, hilft.
Ach guck, Zoom hat auch entsprechende Einstellungen, die mir hier natürlich in die Quere gekommen sind… Ich liebe es. Aber immerhin ist dieses mal Linux doch nicht ganz so nervig gewesen.
Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts Blognacht von Anna Koschinski entstanden. Wie du selbst teilnehmen kannst und wann die nächste Blognacht ansteht, kannst du hier nachlesen: https://www.blognacht.de/

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