Eine wichtige und interessante Aufstellung und eine, die uns zugleich auch den Spiegel vorhält.
Sonntags gabs Fleisch. Der typische Sonntagsbraten. Aber auch nicht immer. Fleisch war teuer und musste extra beim Metzger besorgt werden. Und in religiösen Familien wurden auch Fastenzeiten eingehalten in denen kein Fleisch gegessen wurde. Das Christentum hat zwei Fastenzeiten von ca. 7-8 Wochen Länge gesamt.
Bei manchen Familien wird täglich Fleisch zubereitet und verspeist.
Fleisch ist in fast allen erdenklichen Formen selbst im billigsten Supermarkt erhältlich.
Und eine Pause vom Fleischgenuss, wie während einer Fastenzeit, wird von den wenigsten noch gemacht.
Sprüche wie „Fleisch ist mein Gemüse“ drücken die Problematik besser aus als ellenlange Berichte darüber.
Aber es gibt auch diejenigen, die sagen „Wenn Fleisch, dann Hochwertiges.“.. Schaut man sich aber im Supermarkt um, so sind die Kühlregal immer noch prall gefüllt mit Wurst, Fleisch, Fleischzubereitungen, etc. und das zu den üblichen Preisen. Den Preisen, die für eine gute, nachhaltige und ökologische „Produktion“ eines Tieres niemals ausreichen können, es sei denn das Tier wird in im Platz, in der Pflege, in der Haltung extrem beschnitten. Thema Massentierhaltung. Interessant ist aber, dass in dieser Phrase keinen Bezug auf die Menge stattfindet. Ja, man kann auch zuviel hochwertiges (gleichzusetzen mit teurer) Fleisch essen. Da beißt die Maus kein Faden ab.
Warum?
Dass Massentierhaltung nicht gut ist, das hat wohl jeder verstanden. Aber es fehlt die Umsetzung der Schlussfolgerung. Weniger Fleisch zu essen. Sich darauf zu besinnen, dass es ein sehr hochwertiges und seltenes Lebensmittel sein sollte.
Und vielleicht ist das die Chance sich den eigenen Fleischkonsum überhaupt erst einmal bewusst zu machen.
Notiert euch welche Sorte Fleisch ihr esst. Ist es Schwein, Rind, Pute, Hähnchen, Lamm, Hirsch oder anderes? Notiert euch das Gewicht oder einfacher eure Packungsgröße.
Rechnet es am Ende eures gewählten Zeitraums zusammen und lasst diese Masse auf euch wirken. Vielleicht erkennt ihr dann wieviel das eigentlich ist und ob es vielleicht zu viel ist. Vergesst dabei aber nicht eure Personenanzahl zu berücksichtigen. Eine Familie wird sicherlich mehr Fleisch verbrauchen als ein Singlehaushalt.
Vielen hilft es, sich die Menge bildlich vorzustellen.
Wieviele Rinder, Schweine, Puten und Co. habt ihr denn jetzt über die Zeit vernascht?
Übrigens geht es bei dieser Aufgabe erst einmal darum eine Erkenntnis zu gewinnen. Erst wenn man für sich selbst eine vergleichbare Zahl hat, kann man diese bewerten und erst danach, in einem zweiten Schritt mögliche Konsequenzen ziehen bzw. Entscheidungen fällen.
Ich versuche jetzt also genau das, was ich euch hier vorgeschlagen habe. Ich notiere mir die Mengen an Fleisch und Wurst, die ich im Laufe eines Jahres verbrauche.
Gerechnet wird Monats- oder Quartalweise. Und ich bin selbst sehr gespannt wieviel Tier ich so vertilge.
https://www.boell.de/de/2018/01/10/fleischatlas-2018-rezepte-fuer-eine-bessere-tierhaltung

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