Das erste Fruchtjahr der Zibarten (2026)

Letztes Jahr im März hatte ich die letzten freien Plätze in meinem Garten an zwei Zibarten (Wildpflaume, Urpflaume) vergeben: Z wie Zibarte oder Ziparte (Wild-/Urpflaume)
Kurz nach dem Einpflanzen trieben beide Pflanzen bereits aus uns bildeten auch ein paar Blüten.

In diesem Jahr haben die Pflanzen bewiesen, dass sie eine gute Wahl waren. Sie haben nicht nur massig geblüht, sondern auch recht viele Früchte gebildet und auch bis zur Reife Anfang August behalten.

Zugegeben, ein bisschen zusätzliches Wasser haben beide Pflanzen abbekommen, wenn ich eh gerade dabei war, die Vogeltränke zu säubern. Aber viel war das nicht. Vorrangig wollte ich ja die Vogeltränke versorgen.

Ende März ging es mit den Blüten schon los. Es waren sehr viele Blütenknopsen, die sich auch nach und nach alle geöffnet haben. Das Angebot der Blüten nahmen die Insekten gerne an.

Noch geschlossene Blütenknospen an einem Zweig einer Zibarte
Blütenknospen am 31.03.2026

Aus den vielen Blüten entstanden, ebenso in einer Vielzahl, mit der ich nicht gerechnet hatte, Fruchtansätze.

Ja, mir ist noch bewusst, dass die Pflanze selbstfruchtend ist. Aber nach wie vor, sind wir hier, also du, ich und vor allem aber diese beiden Zibarten, aktuell erst im zweiten Standjahr. Ich hatte frühestens in ein paar Jahren mit Früchten gerechnet.

Nachdem das tatsächlich recht viele Früchte waren, wich ich auch von dem Gedanken ab, alle ausgebildeten Früchte in diesem Jahr erst noch den Tieren im Garten zu überlassen. Eine gute Handvoll wanderte mit mir aus dem Garten in die Küche und wurde erst einmal ausgiebig betrachtet und untersucht.

Sie sehen wirklich aus wie Pflaumen in Miniatur-Format. Man kann sie auch roh essen. Zumindest sind sie nicht giftig. Aber ein Genuss ist es auch nicht. Es geht in die mehlige Richtung und es ist sehr sauer.

Der Stein im Inneren lässt sich nicht leicht herauslösen. Das ist ein Vorzug der Kultursorten von Zwetschgen und Pflaumen, aber auch von Mirabellen und Kirschen. Genauso eben wie die Süße.

Eine reife Zibarte wurde halbiert und aufgedreht. Man sieht einen Kern in der Mitte der Frucht.

Das ist der Nachteil an Wildobst. Meistens ist das Verhältnis zwischen Frucht und Stein oder Kern nicht zu unserem Gefallen, und die Steine oder Kerne heraus zu bekommen, ist auch nicht so leicht.

Aber für mich war es eine sehr bewusste Entscheidung dieses heimische Gewächs zu pflanzen, da ich nicht schneiden muss, wenn es nicht gerade im Weg hängt, und auch und vor allem die Tiere im Garten etwas davon haben. Dass das Wildobst für mich genauso nutzbar ist, ist dann das Goodie oben drauf, was ich gerne annehme und liebend gerne damit herum experimentiere.

Und natürlich hatte ich auch den Hintergedanke, dass die Zibarten genauso wie auch die Apfelbeeren ein prima Partner für die Birnen in Kompott, Gelee und Marmeladen werden könnten.

Die Pflanzen übertrifft also nun bereits schon meine Wünsche und ich freue mich sehr, dass die beiden Zibarten im Garten so gut wachsen.

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Fediverse-Reaktionen

28 Kommentare zu „Das erste Fruchtjahr der Zibarten (2026)“

  1. Ok? Zibarte hatte ich noch nie gehört.
    Als ich das Bild gesehen habe, dachte ich, dass das einen Schlehe ist. Sieht schon sehr ähnlich aus, aber sie sind nur verwandt. Interessant!
    Ich liebe Windobst und habe auch einiges im Garten. Da ich in einer sehr ländlichen Gegend lebe, habe ich aber auch viel Wildobst in der näheren Umgebung. Dafür interessiert sich niemand, weil es niemand kennt und weil es vermeintlich mehr Arbeit macht, als wenn man einfach in den Supermarkt geht.
    Wenn die Zibarten roh nicht so fein schmecken, versuch es doch mal mit Einfrieren vor dem Verzehr. Rohe Schlehen schmecken auch erst wenn der erste Frost drüber ist.
    Liebe Grüße, Sibylle

    1. Ja, das habe ich nun schon öfter gelesen und gehört, wobei der Schnaps aus den Früchten hier im Süden durchaus bekannt ist. Dass es dazu dann auch eine passende Pflanze gibt, soweit wird meist dann nicht gedacht. 😀

      Ich werde sicher einiges mit den Früchten in den nächsten Jahren ausprobieren und sie sicher auch mal einfrieren. Ich bin gespannt ob sie sich dadurch im Geschmack verändern.

  2. Mich beschäftigt vor allem der Satz: „Zumindest sind sie nicht giftig.“ Das ist für Obst eine erstaunlich niedrige, aber vollkommen eindeutige Qualitätsstufe.

    Die Zibarte ist sauer, mehlig, besitzt viel Stein und lässt sich nur widerwillig essen. Dafür blüht sie üppig, braucht kaum Schnitt, erfreut Insekten und Vögel und liefert im zweiten Standjahr bereits Früchte.

    Damit ist sie im Grunde das Gegenmodell zum modernen Konsumprodukt. Sie wurde nicht darauf optimiert, dem Menschen möglichst bequem zu gefallen. Der Mensch darf mitessen, wenn er unbedingt möchte.

    Besonders sympathisch finde ich dwshalb den Gedanken, die Früchte künftig mit Birnen zu Kompott, Gelee oder Marmelade zu verarbeiten.

    Die Birne übernimmt dann Süße und Masse.

    Die Zibarte bringt Charakter.

    Das klingt nach einer sehr alten Form von Teamarbeit. 🦌

    1. Naja, das „nicht giftig“ bezog sich vor allem darauf, dass sie prinzipiell nicht gekocht werden muss um verzehrbar zu sein. Ob das dann bekömmlich ist, steht dann auf einem anderen Blatt.

      Meinen Garten habe ich mehr oder weniger um Birnen und Mirabellen als größte Obstlieferanten herum geplant. Da hat es sich angeboten die weiteren Pflanzen mit essbaren Anteil damit zu kombinieren.

  3. Wir haben davon einige im Garten, weil sie schön wild wachsen. Die diversen Zucht-Pflaumen und -Zwetschgenbäume gingen alle irgendwann kaputt – so wilde Formen sind doch robuster. Es gibt sie in verschiedenen Farben und ich mag sie gerne. Einen großen Baum haben wir nun aber gefällt. Ich backe gerne damit, zu Quark in Biskuitrolle oder mit Streuseln relativiert sich die Säure und man schmeckt die Power der Früchte.

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