Le Chat (frz. die Katze) ist als Katzenhalter und -liebhaber doch ein sehr ansprechender Name für eine künstliche Intelligenz. Bekannt war mir die KI auch bereits schon länger, aber erst seit Kurzem setze ich sie anstelle von ChatGPT oder Claude ein. Anfangs um auszutesten ob das Ding denn genauso gute oder unnütze Antworten liefert wie die anderen KIs aber mittlerweile hat sie sich in den Alltag geschlichen und wird für meine privaten Zwecke verwendet. Das klappte in der letzten Zeit recht gut, so dass ich es wirklich anstelle von den sonst bisher üblichen KIs verwende. Und damit wird es Zeit dir auch diese Lösung mal kurz vorzustellen.
Passend zum Thema enthält dieser Artikel ein von der KI generiertes Bild und ein Kapitel, das von der KI Le Chat geschrieben wurde.
Inhalt
- Mistral AI
- Le Chat
- Meine Nutzungserfahrungen
- Datenverarbeitung
- Kooperation mit dem Rüstungssektor (KI generiert)
- Fazit
Mistral AI
Mistral AI ist ein französisches Unternehmen, das seit 2023 besteht und seine Aktivität im Bereich der künstlichen Intelligenz voran treibt. Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in Paris von Arthur Mensch, Timothée Lacroix und Guillaume Lample, die zuvor bei Meta und Google DeepMind gearbeitet haben. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf den Open Source Sprachmodellen.
Le Chat
Abseits der Open Source Modellen wurde Le Chat als Chatbot entwickelt. Vorbild dafür war ChatGPT. Allerdings hat der Anwender bei Le Chat selbst in der kostenlosen Nutzung den direkten Zugriff auf das aktuellste oder beste Sprachmodel. Dazu kommen sogenannte „Flash Answers“, die bei gleichbleibender Qualität die Anworten besonders schnell bereit stellen. Das ist besonders bei sehr umfangreichen Antworten bemerkbar.
Abrufbar ist der Chatbot unter https://chat.mistral.ai/chat oder alternativ über Apps auf dem Smartphone oder Tablet.
Nutzung ohne Registrierung
Die Nutzung ohne Registrierung ist grundsätzlich möglich. Persönlich fand ich aber auf dem Smartphone die Bedienung der WebUI etwas hakelig, was zwar nicht das Ergebnis schmälert aber nicht wirklich viel Freude beim Bedienen macht. Darauf die App zu installieren hatte ich vorerst verzichtet. So sehr will ich die KI dann doch nicht nutzen, dass das erforderlich wäre. Es gelang mir übrigens nicht ohne Anmeldung ein Bild generieren zu lassen. Dabei wurden lediglich Prompts für die Bildgenerierung erzeugt, aber keine Bilder.
Während der Nutzung ohne Registrierung wird man gelegentlich mit der Meldung beglückt, dass man sich ja Registrieren oder Anmelden könnte um die Anfragen zu speichern. Und natürlich ist die Anzahl der Anfragen begrenzt, aber um mal kurz eine KI etwas zu fragen reicht eine Nutzung ohne Account gut aus.



Nutzung mit Registrierung
Als registrierter Nutzer werden die Anfragen an den Chatbot gespeichert. Auch besteht die Möglichkeit verschiedene Werkzeug einzusetzen und Connectoren zu verwenden.
Grundsätzlich stehen neben dem kostenlosen auch kostenpflichtige Pakete zur Verfügung. Ich habe mich auf den kostenlosen Umfang begrenzt. Und dieses Paket umfasst bereits deutlich mehr Funktionen als ich je brauchen würde.



Neben den ganzen Werkzeugen steht aber auch als angemeldeter User eine Möglichkeit auf einen Inkognito Modus zu starten, bei dem die Chats nicht gespeichert werden.

Meine Nutzungserfahrungen
Nachdem meine Nutzung von künstlicher Intelligenz abseits meines Jobs immer mehr zurück gegangen ist, tat ich mich etwas schwer die KI vollumfänglich zu testen. Ich habe mich daher auf das begrenzt, was ich zuvor und aktuell noch so damit tue.
Bildgenerierung
Letztes Jahr irgendwann habe ich mir gelegentlich ein paar Bilder erstellen lassen. Und tatsächlich hatte ich auch mal ChatGPT um ein Selbstbildnis gebete. Das was dabei raus kam erinnerte mich sehr stark an den Roboter aus dem Film „I Robot“ und war schon fast gruselig.
Die gleiche Anfrage an Le Chat hat dann folgendes Bild ergeben.
Gut, durch meine Neigung Katzen zu mögen, kommt so ein Bild bei mir deutlich besser an und erzeugt auch keine abgeneigten oder ängstlichen Gefühle in mir.

Recherche
Bei Recherchen hat sich Le Chat gut geschlagen und teilweise meine Erwartung weit übertroffen hinsichtlich dem Umfang der Antworten. So präsentierte es mir auf eine Frage, die ich doch recht kompakt gestellt hatte, ein Dokument mit 8 Seiten mit den Recherche Ergebnissen auf Basis von 51 Quellen.
Die Quellen werden bei den jeweiligen Antworten angegeben, sofern man dies im Prompt angibt, liefern aber in den URLs allerdings keine UTM-Source mit, wie das beispielsweise ChatGPT tut und damit den Webseitenbetreibern einen Hinweis darauf gibt, woher der Leser gerade kommt.
Als ich vor einigen Wochen Le Chat das erste mal ausprobiert hatte, gab diese KI bei den Ausgaben ganz automatisch die Quellen der Informationen an. Das ist nun nicht mehr der Fall. Die Ausgabe bei regulären Anfragen erfolgt nur mit expliziter Aufforderung, was ich sehr ungeschickt finde.
Bei einer tiefergehenden Recherche werden die Quellen im Statusbericht der Recherche angezeigt. Im Ergebnis-Text sind sie nicht sichtbar.
Nach wie vor gehe ich grundsätzlich davon aus, dass die künstliche Intelligenz Fehler ausgibt. Will ich die Information, die von der KI bereit gestellt wird, irgendwo verwenden, muss ich sie prüfen. Und natürlich hat mir auch schon Le Chat Quellen angegeben, die nicht existierten oder Informationen wurden falsch ausgelesen oder zusammen gesetzt.
Darin unterscheidet sich Le Chat leider nicht von ChatGPT, Copilot, Claude und wie sie sonst noch so alle heißen. Ohne es genau gezählt zu haben, würde ich aber meinen, dass die Fehleranfälligkeit nicht sonderlich unterschiedlich ist zu den anderen KIs.
Berechnung von Werten in Verbindung mit vorangegangener Recherche
Ja, da sind wir wieder bei der Kalorienberechnung für meine Rezepte hier. Die unbeliebteste Aufgabe, die das Führen eines Foodblogs so mit sich bringt.
Die Werte der einzelnen Zutaten wurden korrekt recherchiert und tatsächlich auch korrekt berechnet in Abhängigkeit mit den angegebenen Mengen aus meinen Zutatenlisten. Ja, ich habe das nachgerechnet und ich habe die Kalorienangaben parallel zu KI-Ausgabe auf herkömmliche Art nachgesehen.
Das ist gar nicht mal so selbstverständlich, nachdem die KIs uns gerne mal 2+2=5 glauben machen wollten. Aber nein, Le Chat kann rechnen und das sogar richtig.
Datenverarbeitung
Der große Vorteil der KI von Mistral AI im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten liegt auch hier im europäischen Standort der Firma.
Die Datenverarbeitung erfolgt auf Servern in der europäischen Union und unterliegt damit der DSGVO. Und gerade im Hinblick auf die digitale Souveranität ist das der wichtigste Baustein.
Des weiteren gibt Mistral AI an, dass die Daten nicht an Dritte verkauft oder für Werbezwecke genutzt werden. Auch werden die abgesendeten Anfragen ausschließlich dazu verwendet die Antworten zu generieren. Sie werden nicht zum Training der KI oder anderen Zwecken verwendet. Die Entwicklung folgt europäischen Datenschutz- und Ethikstandards.
Kooperation mit dem Rüstungssektor
Der Text des folgenden Kapitels wurde mit Le Chat erzeugt.
Mistral AI ist nicht nur ein Anbieter von KI-Chatbots wie Le Chat, sondern arbeitet auch eng mit Unternehmen und Institutionen aus dem Verteidigungs- und Rüstungssektor zusammen. Besonders bekannt sind die Partnerschaften mit:
- Helsing
- Das deutsche DefenceTech-Unternehmen entwickelt KI-gestützte autonome Waffensysteme, die bereits in der Ukraine eingesetzt werden – etwa in Drohnen oder Kampfjets wie dem Eurofighter. Mistral AI liefert hier die zugrundeliegende KI-Technologie.
- Thales
- Der französische Rüstungskonzern nutzt Mistral-Modelle für militärische Anwendungen, darunter Aufklärungssysteme und autonome Plattformen.
- Französisches Verteidigungsministerium
- Mistral AI hat einen Rahmenvertrag mit der französischen Regierung, um KI-Lösungen für die Landesverteidigung zu entwickeln.
Die Zusammenarbeit von Mistral AI mit dem Militär- und Rüstungssektor ist aus mehreren Gründen umstritten:
Die Entwicklung autonomer Waffensysteme, die ohne direkte menschliche Kontrolle agieren, birgt erhebliche Risiken – von Fehlentscheidungen bis hin zu unkontrollierbaren Eskalationen. Zudem bleibt oft unklar, wer für Fehler verantwortlich ist, wenn etwas schiefgeht.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Transparenz und demokratische Kontrolle: Es gibt keine verbindlichen internationalen Regeln für den Einsatz autonomer Waffen, was ein gefährliches Vakuum schafft. Gleichzeitig wirft die Dual-Use-Problematik Fragen auf: Mistral AIs Open-Source-KI-Modelle sind zwar für die Allgemeinheit gedacht, können aber auch für militärische Zwecke missbraucht werden – etwa für Überwachung oder Angriffskriege.
Zudem beteiligt sich Europa durch solche Kooperationen aktiv am globalen Rüstungswettlauf, insbesondere mit den USA und China. Kritiker:innen fragen, ob dies die Sicherheit wirklich erhöht oder stattdessen eine neue Ära der Aufrüstung einläutet. Auch die Finanzierung durch US-Investoren und Unternehmen wie ASML wirft die Frage auf, ob die europäische Souveränität – ein zentrales Argument von Mistral – dadurch untergraben wird.
Fazit
In den letzten Wochen hat sich bei meiner Nutzung die europäische KI Le Chat genauso hilfreich erwiesen wie die Produkte aus den USA, die ich zuvor genutzt habe. Ich habe die KI nicht vollständig getestet, dazu fehlen mir schlicht die Ideen, da ich nur für kleine Teile der künstlichen Intelligenz eine Verwendung habe.
Was mir überhaupt nicht gefällt ist nun aber, dass die Quellen nicht mehr ohne explizite Aufforderung angegeben werden. Als Nutzer kann ich damit die Aussagen der KI kaum prüfen und als Webseiten- bzw. Blogbeitreiber find ich das noch mistiger. Da wird einem die Information vom Blogprojekt abgegriffen aber der Leser bekommt das nicht mit und besucht dadurch garantiert nicht mehr den Blog.
So gut mir sonst Le Chat gefällt, das mit den Quellen ist ein KO-Kriterium. Da mach ich mir meine Recherchen dann auch lieber komplett selbst. So einfach ist das bei mir mit der Entwöhnung von dem KI Slop.
Ich werde wohl weiterhin Le Chat der Nutzung von ChatGPT und Co. vorziehen, wenn ich KI nutzen möchte. Für mich scheint das nun das bessere Produkt zu sein. Vor allem eben wegen dem Standort in Europa.

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