Kapern habe ich erst für mich entdeckt, als ich aus dem Elternhaus ausgezogen bin. Irgendwann kam dann beim Lebensmitteleinkauf erstmalig ein kleines Gläschen Kapern mit. Jahre später habe ich dann Kapernäpfel für mich entdeckt und erst in diesem Jahr erfuhr ich, dass es auch eingelegte Kapernblätter gibt, die genauso essbar sind.
Obwohl ich Kapern und besonders Kapernäpfel sehr mag, verwende ich sie zum Kochen relativ selten. Das hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass ich die typischen Gerichte, in denen diese Zutat verwendet wird, ebenso selten koche oder tatsächlich bisher noch nie probiert habe zu kochen.
Nun habe ich vor Kurzem mal ein paar Pflanzenbestandteile auf einmal in meiner Küche gehabt, so dass ich tatsächlich auch mal einen Vergleich ziehen konnte.

Der Kapernstrauch
Die Pflanze als solche kommt vom Mittelmeerraum bis nach Asien vor. Ihre Blüte ist jeweils nur von kurzer Dauer, dafür ist diese aber ausgesprochen hübsch.
Leider habe ich persönlich kein Bild einer Kapernblüte im nicht eingelegten Zustand, aber bei Wikipedia sind ein paar Bilder hinterlegt.
Die immergrüne mehrjährige Pflanze benötigt einen sonnigen und trockenen Standort mit gut durchlässigen Substrat. Es wird ein pH-Wert im Bereich von 6,3 bis 8,3 vertragen. Der Strauch ist leider nicht frosthart, verträgt aber gelegentliche Temperaturen bis zu -5 bis -10 Grad Celsius.
Der Strauch kann einen Umfang von 1m Höhe und 2m Breite erreichen.
Kapern – die Blütenknospen
Kapern als solche sind wohl am bekanntesten in Deutschland. Hier handelt es sich um die Blütenknospen, die im Frühjahr vom Strauch gepflückt werden. Anschließend werden sie „angewelkt“, also etwas liegen gelassen, so dass sie etwas welk werden, und anschließend eingelegt.
Roh sind die Blütenknospen nicht essbar.
Die Kapern werden meist in Salzlake und Essig eingelegt und halten daher sehr lange. Abgefüllt in Gläsern gibt es sie in verschiedenen Größen, die auch unterschiedliche Bezeichnungen haben. Darauf habe ich bisher noch nie darauf geachtet. Es scheint so zu sein, dass die Kapern, je kleiner sie sind, desto qualitativ hochwertiger angesehen werden. Ich bin mir hier aber nicht sicher ob die jeweilige Knospengröße sich im Geschmack bemerkbar macht.
Wenn du eine Kaper vorsichtig öffnest, dann siehst du im Inneren noch die Bestandteile der werdende Blüte, allen voran die Staubblätter. Während des Einlegens und der Aufbewahrung bleiben die Knospen an sich erhalten inklusive aller Bestandteile im Inneren.

Kapernäpfel oder Kapernbeeren – die Früchte
Nach der Blüte bildet sich in der Regel eine Frucht. In diesem Fall ist das wahlweise als Kapernapfel oder Kapernbeere bekannt. In dessem Inneren bilden sich sehr viele Samen aus, die zu Boden fallen, sobald die Frucht aufplatzt. Die Pflanze wird aber auch durch Vögel verbreitet, die die Kapernäpfel als Nahrungsquelle nutzen.
Im Vergleich zu den Kapern sind Kapernäpfel etwas milder im Geschmack und bringen eine kräftigere Textur mit sich. Der Stiel der Früchte ist bei der eingelegten Ware meist mit dabei, wird aber nicht mitgegessen.
Während die Kapern gerne in eine Sauce oder in das jeweilige Gericht selbst verarbeitet werden, habe ich Kapernäpfel bisher vor allem als Garnitur oder Beilage gesehen. Dabei werden sie meist im Ganzen mit oder ohne Stiel verwendet.

Kapernblätter – die Blätter
Die Kapernblätter, die zum Verzehr wahlweise ebenso in einer Salzlake und Essig oder aber in Öl eingelegt werden, sind rund-oval bis leicht herzförmig. Sie sind genauso essbar. Bisher habe ich allerdings lediglich Salate mit den Kapernblättern gesehen.
Kapernblätter sind in Deutschland schwer zu bekommen, während Kapernäpfel und Kapern in jedem Supermarkt in den Regalen stehen. Gleichzeitig sind die Preise Kapernblätter entsprechend gesalzen. Dieser Bestandteil der Pflanze wird hier als Delikatesse gehandelt.
Die Textur ist etwas fester und im Geschmack sind die Kapernblätter, welche in Öl eingelegt wurden, herber als die anderen mir bekannten Kapernprodukte.


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