Trotz der langen sehr heißen Periode im Sommer hat mich mein Garten auch in diesem Jahr mit vielen Beeren und Früchten beschenkt.

Inhalt

Verluste und „Schädlinge“

Zunächst einmal startete das Jahr aber leider unerfreulich. Die im Herbst letzten Jahres gesetzte Ulmer Wachsbirne, auf die ich mich so gefreut hatte, ist leider nicht angegangen und hat nicht neu ausgetrieben. Das änderte sich dann auch später im Jahr nicht mehr, so dass die erste Vermutung, dass der Baum tot ist, sich bewahrheitete.

Im September habe ich mich dann endgültig entschieden und den Platz, der für die Ulmer Wachsbirne gedacht war, an einen Holunder vergeben.

Ein weiterer Verlust war meine Mini-Kletterrose im Kübel auf der Terrasse. Auch sie hat nicht überlebt. Vielleicht war der Winter zu kalt. Hier werde ich es mir im nächsten Jahr wohl einfach machen und einfach eine Bartblume hinein setzen. die blüht sehr hübsch und wird auch gerne von Bienchen und Co. genommen.

Die Stachelbeerblattwespe

An Josta, Johannisbeeren und Stachelbeeren machte sich in diesem Jahr die Stachelbeerblattwespe zu schaffen. Die bzw. deren Raupen kenne ich bereits aus Hamburg und meinem dortigen Versuch Stachelbeeren auf dem Balkon zu kultivieren. Damals war das das Todesurteil für meine Stachelbeersträucher. Jetzt im Garten hat es sich verteilt. Die betroffenen Sträucher haben durchaus gelitten, aber sie werden sich sicher auch wieder regenerieren. Einfach wohl auch deshalb, weil kein Strauch komplett kahl gefressen wurde.

Johannisbeeren und Stachelbeeren waren daher in diesem Jahr etwas dezimiert, aber reichte immer noch für eine ordentlich große Schüssel.. von der ich kein einziges Foto gemacht habe.

Von Herbsthimbeeren zu Sommerhimbeeren

Bei den Himbeeren bin ich in diesem Jahr zweigleisig gefahren. Eigentlich habe ich ja Herbsthimbeeren gepflanzt. Die schneidet man im Frühjahr ganz unten ab und dann tragen die Pflanzen am neu entwickelten Trieb in gleichen Jahr. So bin ich auch mit einem Teil der Himbeerpflanzen verfahren. Bei dem größeren Teil habe ich die Triebe vom Vorjahr stehen gelassen. Diese habe dann recht früh in diesem Jahr wieder Blüten und anschließend Früchte entwickelt. Das scheint auch eine gute Idee gewesen zu sein. Denn die noch „originalen“ Herbsthimbeeren haben sich während der Trockenheit und Hitze nicht so gut entwickelt wie in den Jahren zuvor und im Spätsommer und Herbst nicht annähernd so viele Früchte entwickelt wie in den Vorjahren.

Insofern und besonders deshalb weil ich auch in Zukunft genau solche Sommer erwarte, ganz besonders mit dem aktiven El Nino, fahre ich mit diesem Schema nun fort und kultiviere von jetzt an die Herbsthimbeeren als Sommerhimbeeren.

Erste reife Himbeeren aus dem Garten.

Ein paar Highlights

Zibarten (Urpflaumen)

Ganz besonders gefreut habe ich mich darüber, dass die Zibarten (Urpflaumen) in diesem Jahr nicht nur geblüht sondern auch Früchte ausgebildet haben. Trotz Trockenheit, Hitze, Starkregen und Hagel sind verhältnismäßig viele Früchte bis zur Reife an beiden Pflanzen gehangen. Und so konnte ich mir für einen ersten Versuch eine Handvoll nehmen und damit Experimentieren. Und auch die Vögel und Tiere des Gartens konnten die Früchte testen, da ich einige an den Pflanzen hängen ließ.

Auch sehr hübsch ist übrigens die Herbstfärbung des Strauches. Die jungen Ästchen nehmen langsam eine rötliche Färbung an, dazu die leuchtend gelben Blätter und die ein oder andere hängende tiefblaue Zibarte.

Apfelbeeren

Ganz zuverlässig und völlig unbeeindruckt von dem heißen Sommer entwickelten die Apfelbeerensträucher so viele Beeren, dass die Zeige sich nach unten bogen. Am ertragsreichsten stellt sich hier wieder der Strauch heraus, der auf einem Stämmchen „sitzt“. Und so habe ich hier die Ernte auf genau diesen Strauch begrenzt und die beiden anderen Sträucher für die Tiere unangetastet gelassen. Mit 2,3kg Beeren war ich auch so schon sehr gut versorgt.

Einige Zweige der Apfelbeere neigen sich unter dem Gewicht der vielen Beeren nach unten.

Mirabellen

Weiterhin entwickeln sich meine Mirabellen-Bäumchen gut vor sich hin. Die größer werdenden Exemplare entwickeln sich erst noch. Die Zwerg-Mirabelle blühte in diesem Jahr aber nun zum zweiten mal in Folge und bildete dieses mal auch ein paar Früchte aus. Genauer gesagt 16 Stück. Und diese 16 kleinen Mirabellen waren sehr köstlich.

15 frisch geerntete Mirabellen in einer Metallschüssel. Eine 16. Mirabelle landete nicht in der Schüssel, sondern wurde zuvor getestet ob die Früchte schon reif sind.

Die Köstliche von Charneux (Birne)

Mein Birnbaum wünscht sich eine Stütze. So eine, wie man sie als ordentlicher Gärtner am besten schon direkt beim Einpflanzen um das Bäumchen macht. Aber vielleicht habe ich das einfach nicht hinbekommen. Zu groß, zu schwer, zu unwissend.

Nichts desto trotz, auch mit meiner Pflege, die vielleicht nicht immer so optimal ist, habe ich ganze 12 Birnen ernten dürfen. Eigentlich wären es 13 gewesen. Die 13. haben sich aber die Vögel bereits ausgesucht und eifrig angepickt. Andere Schadstellen oder „Nahrungsinteressenten“ wiesen die Birnen nicht auf.

Die Birnen durften dann langsam in der Küche, die ja eh schattig gelegen ist und auch nicht so warm ist, sofern ich nicht gerade etwas backe, nachreifen.

Zwölf mäßig reife, mehrheitlich aber eher grüne Birnen der Sorte Köstliche von Charneux in einer grauen Schüssel

Weitere Früchte des Gartens

Bevor die Stachelbeeren, Johannisbeeren und Himbeeren soweit waren, durfte ich aber bereits schon diverse Handvoll Walderdbeeren und nicht ganz so viele Kulturerdbeeren pflücken und vernaschen. Die habe ich bevorzugt direkt in der Früh eingesammelt, so dass ich mir diverse Joghurtportionen mit den feinen Beeren zum Frühstück genehmigen konnte.

Und nicht nur die Zibarten haben zum ersten mal Früchte getragen, auch die Kornelkirschen haben Früchte ausgebildet. Grundsätzlich hätte ich auch diese gerne probiert, allerdings befand ich, dass ich die 5 ausgereiften Exemplare doch besser den Tieren überlassen wollte.

Nicht vergessen werden soll natürlich der Rhabarber. Das war nun das erste Jahr in dem ich die beiden Pflanzen beerntet habe um mir sehr feine Sachen daraus zu kochen.

Womit ich gar nicht so richtig gerechnet hatte war ein Apfel.
Ich habe bemerkt, dass an den beiden Säulenapfelbäumchen in diesem Jahr nur eine einzige Blüte war und dachte nicht wirklich, dass diese zu einer Frucht wird. Aber so war es und ich durfte mir im September diesen einen Apfel pflücken.

Eine unerfreuliche Grenzüberschreitung

Seit meinem Einzug kümmere ich mich um eine Wildrose, die auf meinem Grund wächst. Sie wurde vor Jahrzehnten an einer sehr ungünstigen Stelle gepflanzt und kann leider nicht versetzt werden.

Seit sie nun also in meiner Obhut ist, bemühe ich mich sehr darum, dass sie an Volumen gewinnt. Da der Platz sehr begrenzt ist kann ich das nur in zwei Richtungen erlauben, zur Seite und nach oben. Und die Pflanze dankt mir meine Mühe mit einer immer üppigeren Blütenbracht.

Dabei bemühe ich mich darum, dass die Rose nicht zu sehr auf die falsche Seite wächst. Dennoch reichten besagten Nachbarn meine Bemühungen wohl nicht aus, so dass sie, ohne zu fragen oder etwas zu sagen, selbst zur Schere griffen und Hand anlegten. Dabei wurde die Rose nicht nur an der Seite, die zu ihnen zeigt, gestutzt, sondern eben auch diverse neue Leittriebe, die senkrecht nach oben wuchsen.
Sie haben also nach der langen Trockenperiode im Hochsommer ohne Erlaubnis und falsch an meiner Rose herum geschnitten.
Ja, ich war echt stinkig als ich das entdeckt habe.

Aber gut, ich habe die Schadstellen so gut es ging im Herbst bereinigt und die Rose hoffentlich dazu angeregt es noch einmal zu versuchen. Es wäre wirklich sehr hübsch, wenn die Rose den Luftraum erobern würde. Wenn das klappt, bekommt sie auch einen Rosenbogen hin zur Hauswand.

eine rosa blühende Wildrose

Die Tierwelt

Mein Garten war in diesem Jahr aber nicht nur ein guter Ort um verschiedenes daraus mitzunehmen und sich durch diverse Blüten zu schnuffeln. Auch die Tierwelt findet immer mehr ein Zuhause in meinem kleinen grünen Reich.

So gab es in diesem Jahr diverse Jungvögel, die in meinem Garten aufgezogen wurden. Mindestens ein Amseljunges und diverse junge Hausrotschwänze waren Stammgäste bei uns. Als es auf die Brutzeit zu ging, habe ich tatsächlich auch das Vogelfutter gewechselt, was ich draußen in einem Vogelfutterhäuschen zur Verfügung gestellt habe.

Und ab August erkundete dann auch ein Igel den Garten, mit besonderem Interesse an der Wildobsthecke, also der Streifen bei dem sich Pimpernüsse, Kornelkirschen und Mispeln mit Stachelbeer- und Johannisbeersträuchern abwechseln und durchmischen. Das veranlasste mich dann dazu doch ein kleines Häuschen aufzustellen und es mit Pflanzenmaterial zu bedecken.

Alles in allem..

..bin ich sehr zufrieden und glücklich mit meinem Garten und den ganzen tollen Pflänzchen. Selbst ohne Gießen ist im heißen Sommer kaum etwas vertrocknet. Und im Gegensatz zu vielen Nachbarn hatte ich auch in diesem Jahr viele Blüten zu jeder Jahreszeit und damit verbunden sehr viele verschiedene Insekten.

Neo ist weiterhin ganz begeistert von den vielen Schmetterlingen und auch von den Schwalbenschwänzchen. Athos lässt sich davon anstecken und guckt mit, wenn Neo mal wieder die Schmetterlinge ankeckert. Und ich freu mich weiterhin über alles was so summt und brummt, ganz besonders aber die blaue Holzbiene und diverse Grillen und Grashüpfer.

Ich verbuche also auch dieses Jahr als ein erfolgreiches Gartenjahr, das mir viel Freude bereitet und mich mit vielen Früchten und Blüten beschenkt hat.

Die bisherigen Jahre mit Garten:

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