Christina fragt in ihrer Blogparade “Wann ist Pause für dich erlaubt?”. Vor einigen Jahren hätte ich noch ganz naiv und ernst gemeint gefragt „Welche Pausen?“ und das sagt wohl schon sehr viel über mein Verhältnis zu Pausen in der Vergangenheit.
Pausen zu machen und mir überhaupt zu erlauben musste ich erst lernen. Vorbilder dafür gab es kaum. Wahrscheinlich ist oder war es eine Sache der Mentalität, aber in meinem Umfeld früher und auch heute noch, sind Pausen nahezu verpöhnt.
Es muss etwas geleistet werden. Und auch die Freizeit muss produktiv genutzt werden, weil man Zeit ja nicht verschwendet. Es muss etwas getan oder aber wenigstens etwas gelernt werden.
Nur war dieser Weg und diese Vorgabe für mich absolut verheerend. Ohne Pausen arbeite und lebe ich irgendwann nur noch auf Reserve und irgendwann ist auch diese erschöpft und verbraucht, so dass dann gar nichts mehr geht.
Diesen Zustand habe ich 2017 endgültig erreicht und erst dann gelernt, dass ich eben auch Zeit für mich brauche und ich sie mir auch nehmen darf! Und dabei muss es egal sein ob im beruflichen oder privaten Kontext die Pause gerade gebraucht wird.
Seit dem versuche ich mehr auf mich zu achten und Pausen einzulegen, wenn ich merke, dass es im Moment zu viel ist. Ich räume mir dann aktiv die Zeit frei, die ich für mich brauche. In einem Umfeld, das Pausen aber nicht anerkennt oder gestattet, braucht man aber mit einer Absage wie beispielsweise “Entschuldige, ich brauche Zeit für mich, können wir das Treffen/Termin verschieben?” nicht ankommen. Das wird nicht akzeptiert. Daher bin ich irgendwann dazu übergegangen ohne Begründung Absagen zu erteilen, wenn mir das den Raum verschafft.
Das ist nicht der optimale Weg und ich würde mir sehr wünschen, dass auch mein Umfeld irgendwann versteht, dass man eben nicht permanent produktiv sein muss oder überhaupt kann. Denn durch diese Absagen ohne Grund kann es schon auch sein, dass ich dann in diesen Kreisen als unzuverlässig gelte. Das ist also ein zweischneidiges Schwert für mich.
Aber da ich merke wie gut mir Pausen tun, wird das wohl weiterhin so gemacht, bis auch das Umfeld den Wert von Pausen anerkennt.
Ich bemerke, dass ich durch diese Pausen, die ich mir gönne, wesentlich entspannter bin. Da braucht es schon mehr als eine bösartige E-Mail um mich aus der Ruhe oder der Fassung zu bringen. In der Regel quittiere ich solche E-Mails im Berufsalltag mit maximal einer hochgezogenen Augenbraue. Und privat bin ich persönlich die einzige Person die mir Stress machen darf. Und das überlege ich mir fünfmal ob was auch immer das jetzt wert ist.
Meistens entpuppen sich also weder die beruflichen Situationen noch der private Kladderadatsch als Säbelzahntiger gegen den ich kämpfen oder vor dem ich davonlaufen müsste.
Und genau weil dem so ist, mache ich das mit den kleinen oder großen Pausen genau so für mich weiter.



Sehr gesunde Haltung. Mir liegt unterm Strich auch nicht daran, dass mal auf meinem Grabstein stehen wird: „Sie hat sich immer voll reingehängt!“
Weil ich aber auch die Tendenz habe, nicht wirklich zur Ruhe zu kommen, nehme ich mir das Nichtstun immer wieder bewusst vor.
Liebe Grüße
Angela
Na, wenn das denn wenigstens auf dem Grabstein dann auch stehen würde. Meist ist es ja immer auch gleichzeitig noch so, dass diese Mehrleistung für viele Menschen vollkommen unsichtbar ist.
Bei meinem Umfeld dürfte ich nicht davon ausgehen, dass etwas in der Art darauf geschrieben würde.
Pass auf dich auf und mach bewusst Pause.
Danke liebe Martha für diesen wundervollen Artikel.
Er hat so viele Facetten, die Herausforderungen von „Pause“ spürbar machen. Genau das habe ich mir für meine Blogparade gewünscht.
Ganz besonders liebe ich aber deine Entwicklung, die ihren Höhepunkt findet in „Und privat bin ich persönlich die einzige Person die mir Stress machen darf.“
Das ist ein starker Satz, den wir uns alle gern zu Herzen nehemen dürfen.
Herzliche Grüße,
Christina
Danke dir für das schöne Thema.
Definiere Pause. 😉 Ich kenne auch Menschen, die immer aktiv sein müssen; bei denen vermute ich allerdings, dass sie aber auch nicht mit sich allein sein können und einfach mal in sich gehen und Ruhe finden, weil sie vor irgendwas Angst haben. Die Angst, irgendwas zu verpassen, ist nur vorgeschoben.
Ist Pause nicht auch, einfach mal zwischendurch nur etwas gaaaaanz anderes zu machen? Könnte man dann aktive Pause nennen. Oder einfach mal zur Ruhe zu kommen und zu reflektieren. Hier „passive Pause“ zu sagen, fände ich allerdings falsch belegt und demzufolge nicht passend. a) ist passiv eben negativ belegt und b) ist man dabei ja nicht wirklich passiv. Steigerung in dem Sinne wäre ja schlafen, aber selbst da passiert ja unglaublich viel und – vor allem – wichtiges.
Außerdem hat sich gezeigt, wer regelmäßig Pausen macht, schafft mehr. Sollte sich nur mal rumsprechen.
Prima Ergänzung.
Eine Pause kann ja für jeden anders aussehen.
Pausen braucht man immer. Ohne geht gar nicht
Aber: Nicht, dass es zur Sucht wird. 😉