Kochbananen wollte ich schon lange mal ausprobieren. Und in Hamburg habe ich diese Art Bananen auch gelegentlich in der Rindermarkthalle gesehen zum Kaufen. Zugegriffen habe ich damals aber nie, weil ich irgendwo mal gelesen hatte, dass man auch „normale“ Bananen, wenn sie noch sehr grün sind, genauso wie Kochbananen verwenden kann.
Naja, mittlerweile ist es auch nicht mehr wirklich einfach quietschgrüne Bananen im Supermarkt zu bekommen. Die Bananen kommen mittlerweile so weit gereift im Supermarkt an, dass sie sich für diesen Zweck nicht mehr eignen.
Diese Rechnung ging also schon mal schief und Kochbananen in Ulm zu bekommen ist schwierig. Aber man kann sich sowas ja auch schicken lassen und genau diesen Luxus habe ich mir gegönnt.
Seit dem reiften dann ein paar Kochbananen ganz langsam vor sich hin, bis sie zum Einsatz kamen.

Die Kochbanane im Detail
Kochbananen werden auch Plantane genannt, auf englisch Plantain. Das englische Wort ist für mich ein “false friend”, da ich es immer für das englische Wort für Plantage halte und entsprechend Plantain, also die korrekte Bezeichnung, immer vermischwechsle.
Die Kochbananen sind genauso Klone wie die sonst so üblichen „Dessert“-Bananen aus dem Supermarkt. Da die Samen aus der Frucht heraus gezüchtet wurden für einen einfacheren Genuss und mehr Fruchtfleisch, können die Pflanzen nur noch mit Hilfe von Ablegern bestehender Pflanzen angebaut werden. Die sind genetisch gleich der Pflanze, die die Ableger erzeugt hat – also ein Klon, wenn man so will. Dennoch sind doch ein paar mehr Sorten der Kochbanane vertreten als bei der Dessert-Banane, bei der die Sorte Cavendish dominiert.
- French Plantain
- Horn-Platain
- Red Jamaica und Red Platain
- Bluggoe
Wobei diese kurze Aufzählung sicherlich nicht vollständig ist. Da wird es sicherlich noch mehr Kochbananensorten geben.
Kochbananen werden deutlich größer und eckiger als die Dessert-Banane. Eine solche Frucht kann je nach Sorte bis zu 400g auf die Waage bringen.
Je nach Reifegrad kann eine Kochbanane für unterschiedliche Gerichte verwendet werden. Roh ist die Frucht mehrheitlich nicht essbar und sollte daher gekocht, gebraten oder frittiert werden. In sehr reifem Zustand, wenn die Schale nahezu komplett schwarz ist, erhält sie die uns bekannte Süße und ist auch roh essbar.
Das Schälen der noch grünen Bananen war eine kleine Herausforderung. Die Tipps und Videos, die ich mir dazu angeschaut hatte, gelten vermutlich mehr oder weniger für frische Früchte oder aber ich habe mich einfach ungeschickt angestellt. Zumindest wollte das bei mir nicht so recht klappen.
Beim Schälen kommt man auch mit dem feuchten Inneren deren Schale in Berührung. Das ist leicht klebrig und oxidiert recht schnell. Danach ist also definitiv Händewaschen angesagt. Alternativ ziehst du dir dafür Handschuhe an.
Gekocht schmeckt eine grüne oder grün-gelbe Banane weder nach der „Supermarkt-Banane“ noch nach einer Kartoffel. Es ist etwas Eigenes. Es ist eine fast mehlige Konsistenz und ein nahezu neutraler Geschmack. Optimal also für Currys oder andere Gerichte mit vielen kräftigen Gewürzen.
Ich habe meine Kochbananen Mitte März erhalten und habe sie einige Zeit nachreifen lassen bevor ich sie verwendet habe. Grün-gelb wurden sie bei mir nach ca. 2 Wochen. Weitere 1 1/2 Wochen später war es ein gelb, wobei sich auch bereits schwarze Stellen gebildet hatten. Aktuell warte ich nun noch darauf, dass die letzte verbleibende Kochbanane, die ich voll ausreifen lassen möchte. Die Dauer der Reife kann je nach Ausgangszustand und Raumtemperatur variieren. Sobald die Vollreife erreicht ist, werden ich den Beitrag hier noch aktualisieren.






Ganz interessant ist übrigens eine Studie aus dem Jahr 1985, die online zur Verfügung steht. Darin wurden vier Kochbananen Sorten, die auf den Inseln Dominica, St. Lucia, St. Vincent und Grenada angebaut wurden, untersucht. Darunter auch die Horn Plantain und die French Plantain, wobei die zweite Sorte als „Ordinary“ in der Studie bezeichnet wird.
Meine Exemplare hier kamen übrigens aus Kolumbien. Damit besteht eine gewisse Chance, dass es French oder Horn Plantains sind. Sicher bin ich mir hier aber nicht.
Die Bananenpflanze ist übrigens monokarb, also einmal tragend. Der Haupttrieb, der nach der Blüte die Früchte ausbildet, stirbt nach der Fruchtbildung ab. Gleichzeitig entstehen aber während der Vegetationsperiode je nach Sorte unterschiedlich viele Seitentriebe, die dann die Nachfolge für den Haupttrieb antreten können. Beim Anbau der Bananen wird dann einer der Kindel ausgesucht und gefördert in dem die anderen Seitentriebe entfernt werden.
Auch wenn Kochbananen schon in verschiedenen Formen, wie beispielsweise als Chips schon länger in unseren Supermärkten angekommen sind, war das doch mal wieder ein nettes Küchenabenteuer. Diese Zutat kommt bei mir auch auf den Stapel der Sachen, die ich bei Gelegenheit gerne nochmal kaufe und weiter damit experimentiere. So wie das auch schon mit einigen anderen Zutaten aus meinen Experimenten geschehen ist.

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